10 Tipps zum Ausmisten für Anfänger – so kannst du sofort starten

Willst du ausmisten, weil du im Chaos versinkst? Aber du weißt gar nicht, wo du anfangen sollst?
Wie wäre es, wenn du einen genauen Plan hättest, um ruck, zuck zu entrümpeln?
Heute werde ich dir 10 Tipps zum Ausmisten für Anfänger an die Hand geben, mit denen du dein Gerümpel konsequent los wirst.

Ausmisten ist ein so befreiendes Gefühl. Man schafft Platz, Ordnung, und wird Gerümpel los, das deine Wohnung und vor allem dich belastet. Und trotzdem fällt es so unglaublich schwer, sich von Dingen zu trennen – selbst von ungeliebten Sachen, vielleicht sogar von Dingen, die man seit 3 Jahren im Keller stehen hat und es nicht mal mehr weiß. Wie also soll man in dem ganzen Chaos und mit diesen Trennungsschwierigkeiten erfolgreich und konsequent entrümpeln?
Mich hat das Buch von Marie Kondo – Magic Cleaning – sehr inspiriert. Durch sie bin ich tatsächlich erst auf den Trichter gekommen, ordentlich auszumisten.

Ausmisten für Anfänger – 10 Tipps für erfolgreiches Entrümpeln

Bei meiner Entrümpelungsaktion haben mir folgende 10 Tipps geholfen:

1. Was kann weg?

Folgende Dinge kannst du getrost aussortieren, ohne, dass sie dir fehlen werden:

  •  alles, was kaputt ist,
  • nicht mehr gebraucht wird,
  • doppelt oder mehrfach im Haushalt vorhanden ist,
  • nicht mehr passt,
  • du den Gegenstand mittlerweile doof findest,
  • gar nicht wusstest, dass du es noch besitzt und dich jetzt auch nicht unbedingt über das Wiederfinden freust,
  • Kosmetika oder Lebensmittel, die abgelaufen sind.

2. Wohin mit den ausgemisteten Sachen?

  • wegschmeißen / fachmännisch entsorgen
  • verschenken / spenden
  • verkaufen
  • behalten – und zum Beispiel auf dem Dachboden aufbewahren

Besonders wichtig ist die Prämisse, dass du den Kram so schnell wie möglich aus deiner Wohnung bringst! Mir z.B. hat das Konzept, wonach man sich Vielleicht-Kisten zusammenstellt und die Sachen „erstmal“ in den Keller bringen soll für ein Jahr, überhaupt nicht weitergebracht. Es war Kram, den ich ohnehin entsorgt habe und der stand halt noch ewig im Keller rum.
Mach dir also einen Plan, WOHIN DU DAS ausgemistete ZEUG bringst! Kommt es in den Müll? Spendest du es? Willst du es vielleicht verkaufen?

Zum Verkaufen möchte ich dir nur den Hinweis geben, dass du da keine großen Summen erwarten darfst. Nachteil davon ist außerdem, dass die Sachen so lange noch in deiner Wohnung rumsteht, bis du es verkauft hast.
Auch beim Verschenken mache dir bitte Gedanken darüber, ob die Sachen wirklich noch so wertvoll sind, dass sie jemand anderen tatsächlich erfreuen können – oder ob du einfach nur dein Gerümpel oder, um es hart zu sagen, deinen MÜLL bei jemandem loswerden willst.

3. Finde deinen Rhythmus – Entrümpeln in kleinen Schritten mit dem 15-Minuten-Booster statt Hauruck-Aktionen

Ich gebe zu: Als ich damals Marie Kondos Buch gelesen habe, war ich begeistert. Die Idee, das gesamte Zuhause in einem großen Hauruck-Verfahren auszumisten und sich nur noch mit Dingen zu umgeben, die „mich glücklich machen“, klang nach der perfekten Lösung. Ich habe es selbst ausprobiert, war beeindruckt von den schnell sichtbaren Fortschritten und habe die Methode deshalb lange Zeit auch weiterempfohlen.

Doch mir fiel immer mehr etwas auf mit den Jahren und vor allem durch meine Zusammenarbeit mit Müttern: Das „Alles auf einmal“-Prinzip war für viele gerade nicht motivierend, sondern schlichtweg erdrückend. Überfordernd. Und ich sage das nicht, um die KonMari-Methode schlechtzureden – sie hat ganz sicher ihren Platz in der Welt und funktioniert für Menschen mit ausreichend Zeit und Energie hervorragend. Aber bei keiner einzigen Mutter, mit der ich gearbeitet habe, war sie nachhaltig umsetzbar. Sie brauchten einen flexibleren Weg, um auch das Ausmisten für Anfänger in ihren Alltag anzupassen.

Als Mama mit wenig Zeit weißt du, wie schnell der Alltag dich einholen kann. Ausmisten muss daher realistisch in deinen Tagesablauf passen – und genau das macht der 15-Minuten-Booster so effektiv! Er ist zum Beispiel auch die Basis-Methode, die ich in meinem Onlinekurs Mission: Ordnung beibringe.
Statt dir ein ganzes Wochenende freizuschaufeln oder dich von riesigen Hauruck-Aktionen im Marie Kondo Stil überwältigen zu lassen, setzt du täglich nur 15 Minuten ein. Klingt machbar, oder? Und glaub mir: 15 Minuten täglich klingen so wenig, lassen dich aber wirklich Großes erreichen! Warum?

  1. Kleine Schritte, große Wirkung: Anstatt dich von einem Berg an Aufgaben erschlagen zu fühlen, nimmst du dir jeden Tag einen kleinen Bereich oder eine klare Aufgabe vor: Heute die Spielzeugkiste im Wohnzimmer, morgen das oberste Regal in der Küche. So entsteht nach und nach wirklich Ordnung, die du schaffen kannst – ohne Stress.
  2. Motivation bleibt erhalten:
    Ja, ich weiß: Einen ganzen Haufen zu entrümpeln gibt dir eine Motivationsspritze. Aber sei ehrlich: Wie lange kannst du die Energie dafür aufbringen? Die Zeit dafür? Stattdessen kann dich auch Erfolg, jeden Tag ein bisschen erledigt zu haben, anspornen, dranzubleiben. Du siehst kontinuierlich Fortschritte, weil du dich jeden Tag bewusst für einen Bereich entscheidest und ihn komplett abschließt.
  3. Kein Zeitdruck, kein Chaos:
    Du vermeidest das Durcheinander und den Druck, den große Entrümpelungsaktionen oft mit sich bringen. Wenn du all deine Klamotten auf dem Bett verstreut hast und deine Zeit abgelaufen ist, z.B. Was machst du dann? Alles zurück in den Schrank stopfen? Integriere stattdessen das Ausmisten in deinen Alltag – genauso wie Zähneputzen oder das Füttern der Kinder. Es wird Teil deiner Routine (und das ist das allergrößte Geheimnis für nachhaltige Ordnung!)
  4. Perfekt für Mamas:
    Wie oft wirst du am Tag – gerade mit kleinen Kindern und endlosen To-dos – unterbrochen? Der 15-Minuten-Booster ist flexibel: Selbst, wenn du an einem Tag mal nichts schaffst, kannst du am nächsten einfach weitermachen – ohne, dass das Chaos größer wird.

4. Bereich für Bereich – Wie du deinen Fokus findest

Mit dem 15-Minuten-Booster arbeitest du gezielt und effizient. Anstatt nach Kategorien vorzugehen (wie in der Marie-Kondo-Methode), orientierst du dich an den Bereichen, die dich aktuell am meisten belasten. Ein paar Beispiele:

  • Die überquellende Spielzeugkiste? 15 Minuten.
  • Das Durcheinander in der Küchenschublade? 15 Minuten.
  • Die Jacken im Flur, die schon lange nicht mehr getragen werden? 15 Minuten.

So gehst du den Bereichen nach und nach durch, ohne dein ganzes Zuhause ins Chaos zu stürzen. Der große Vorteil: Diese Methode lässt dir Raum, den Alltag weiterlaufen zu lassen, ohne dich komplett mit dem Thema Ausmisten zu blockieren.

5. Keine Ablenkung: Bleibe in deinem Bereich

Wenn du beim Ausmisten deines Schreibtisches alte Fotos wiederfindest und plötzlich Lust bekommst, dein Fotoalbum rauszukramen, um sie dort einzukleben und wenn du schon dabei bist, kannst du ja mal durch die Fotos gucken… Nein! Lasse dich nicht ablenken! Fokussiere dich! Wenn heute dein Schreibtisch dran ist, dann bleib am Schreibtisch sitzen. Dinge, die du wiederfindest und noch aufheben willst, packst du erst mal in eine extra Kiste oder einen Wäschekorb, um sie SPÄTER auf ihren Platz zu räumen. Heute bleibst du in deinem Entrümpelungs-Bereich.

6. Macht es dich glücklich?

Nicht alles an der Konmari Methode lehne ich ab. Ihren (zugegeben wenig pragmatischen aber sehr grundlegenden) Ansatz finde ich nach wie vor sinnvoll: Fokussiere dich auf die Dinge, die dich glücklich machen. Dabei geht’s gar nicht darum, alles andere wegzuschmeißen, bei dem du kein happy Kribbeln im Bauch spürst. Vielmehr denke ich, dass es darum geht, sich bewusst FÜR Dinge zu entscheiden, anstatt GEGEN sie. Sprich: Statt immer nur zu schauen, was du wegschmeißst, ändere den Blickwinkel und guck auf die Dinge, die du behältst. Das hilft im Übrigen enorm gegen Trennungsängste bei Gegenständen. Wie du lernst, dich von Dingen zu trennen, kannst du übrigens auch hier nochmal nachlesen: 5 Tipps zum Ausmisten – Wie du es endlich schaffst, dich von Dingen zu trennen

Und was ist jetzt mit der Klobürste? Mit den unzähligen Dingen, die für die Arbeit benötigt werden? Mit den Schulheften, die das Kind braucht? Diese Dinge machen in der Regel nicht „glücklich“ in dem Sinne, dass sie dich emotional berühren und zu Tränen rühren. Daher sind auch Funktionssachen, Dinge, die man halt einfach braucht, weil ansonsten etwas nicht funktioniert, ok. Aber hier solltest du trotzdem mal schauen, ob du die Dinge wirklich brauchst. Zwei Klobürsten auf einer Toilette sind z.B. unnötig.

7. Gleichzeitig Putzen

Wenn du schon deine Schränke leer räumst, dann halte gleich einen feuchten Lappen bereit, mit dem du einmal durch die Schränke feudelst. Dann können die Sachen ordentlich wieder in eine saubere Umgebung geräumt werden – und sauber alles sieht direkt freundlicher aus.
Aber auch hier: Mache keine große Putzaktion draus! Einmal die Flächen entstauben oder Flecken wegwischen reicht für den Moment völlig aus.

8. Miste nur deine eigenen Sachen aus!

Ok, auch wenn es schwer fällt und du den ollen Fußballkalender deines Mannes am liebsten auf den Mond schießen würdest oder findest, dein Sohn übertreibt mit seiner Spielfigurensammlung – Finger weg von fremden Sachen. Sortiere nicht durch die Sachen, die dir einfach nicht gehören.
Erstens würdest du dich damit wieder ablenken oder sogar verzetteln – du weißt ja nicht, ob die Dinge nicht doch gebraucht werden. Zweitens sind das einfach nicht deine Sachen. Du kannst die Familienmitglieder fragen, ob du ihnen beim Ausmisten helfen sollst – mehr aber auch nicht. Meine Erfahrung ist, dass wenn ich mit gutem Beispiel voran gehe, spornt das auch meinen Mann an, seinen Teil beizutragen – und dann mistet er auch schon mal aus.

9. Behalte keine Dinge aus Nostalgiegründen

Gerade wenn du Kinder hast, ist es super schwierig, Dinge auszumisten, mit denen du Erinnerungen verbindest: Gemalte Bilder aus dem Kindergarten, gebastelte Muttertagsgeschenke, die ersten Schuhe und so weiter. Erinnerungsstücke sind grundsätzlich die schwerste Kategorie zum Ausmisten für Anfänger.
Vielleicht hilft dir ja der Gedanke: Zum Erinnern an eine schöne Zeit brauchst du diese Dinge nicht, denn die Erinnerung steckt ja in dir drin.

Und für alle, die damit nichts anfangen können, so wie ich, ein paar schnelle Tipps:
Alle „ersten“ Sachen wie die ersten Schuhe, das erste abgeschnittene Haar, das erste gemalte Bild etc. hebe ich in einer Erinnerungskiste auf. Sie ist nicht groß und passt gut in meinen Schrank und ich kann sie herauskramen wenn mir danach ist und die Sachen stehen hier nicht einfach rum und stauben nicht ein.
Bilder kann man in einem Spiralbinder zusammenbinden oder abfotografieren und ein Fotobuch erstellen – das nimmt weniger Platz ein.
Auch Geschenke kann man abfotografieren – an dem Punkt bin ich aber z.B. noch nicht. Das kommt vielleicht noch mit der Zeit.

10. „Macht dieser Gegenstand mein Leben besser?“

Wenn’s um neue Dinge geht, die du kaufen willst, lass uns mal Tacheles reden: Wir Mamas haben keine Zeit (und oft auch kein Geld) für Kram, der uns nicht wirklich weiterbringt. Unser Zuhause ist sowieso schon voll genug mit Spielsachen, Tupperdosen ohne Deckel und diesen mysteriösen Einzel-Socken, die immer wieder aus der Waschmaschine kommen. Also, warum solltest du dir noch mehr Ballast aufhalsen?

Stell dir daher immer, wenn du etwas Neues kaufst, diese simple Frage: „Macht dieses Ding mein Leben besser?“ Und ich meine das wirklich ernst! Auch wenn du gerade schmunzelst (oder mich ganz offensichtlich auslachen willst), probier es mal aus! Bevor du den neuen Deko-Kerzenständer, die fünfte Jacke oder diese ach-so-praktische Küchenmaschine kaufst, die angeblich dein Leben revolutioniert, nimm dir einen Moment Zeit und frage dich:

  • Brauche ich das wirklich – oder will ich es nur, weil Hildegard von nebenan es auch hat?
  • Wird es meinen Alltag erleichtern – oder nur mehr Arbeit machen?
  • Fühlt es sich wie ein Upgrade an – oder ist es nur ein weiteres Teil, das irgendwann im Schrank landet?

Diese einfache Frage wird der Schlüssel sein, um bewusster mit deinen Entscheidungen umzugehen und dich davor zu bewahren, dass dein Zuhause in eine Lagerhalle für „Vielleicht-brauche-ich-das-irgendwann-mal“-Artikel verwandelt wird. Und glaub mir, diese Frage ist auch ein ziemlich guter Filter für Spontankäufe – besonders in den Tiefen des Online-Shoppings, wo ein Klick schnell zum „Oops, wie bin ich bei drei Paketen gelandet?“ führt.

Sei dabei gnadenlos ehrlich zu dir selbst (denn am Ende betrügst du sonst nur dich selbst). Du hast Besseres zu tun, als deine Zeit und Energie mit Dingen zu verschwenden, die weder praktisch sind noch wirklich Freude bereiten. Wenn der Gegenstand nicht jetzt dein Leben verbessert, verdient er keinen Platz in deinem Zuhause – Punkt.

Ich habe eine Aufgabe für dich: Starte jetzt! Setz dir einen 15-Minuten-Timer auf deinem Handy, deinem Herd oder deinem Wecker und leg mit einer Ecke los, die dich den ganzen Tag schon ärgert. Und dann atme tief durch und klopf dir auf die Schulter. Ich hoffe, du beherzigst einen Tipp fürs Ausmisten für Anfänger.

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