Kinder im Haushalt helfen Haushaltspflichten

5 Tipps – Müssen Kinder im Haushalt helfen?

Tatsächlich regelt die deutsche Rechtslage schon dazu, dass Kinder im Haushalt helfen müssen, genau genommen das Bürgerliche Gesetzbuch. Und das sieht dann so aus:

§ 1619 BGB Dienstleistungen in Haus und Geschäft

Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.

Die Haushaltspflichten sind also gesetzlich festgelegt – der Umfang und die einzelnen Aufgaben orientieren sich dann am Alter und den Fähigkeiten des Kindes.

So viel zum theoretischen Teil. Wie soll das Ganze nun aber praktisch aussehen? Wie bekommst du deine Kinder dazu, im Haushalt zu helfen? Lass uns heute mal Grundlagen und Grundprinzipien besprechen – denn es ist NIE zu spät, deinen Kindern Haushaltsaufgaben beizubringen – vielleicht hast du es selbst ja erst vor kurzem gelernt?

So können Kinder im Haushalt helfen

Haushaltspflichten vs. Routinen

Den Anfang mache ich heute mit der Unterscheidung zwischen Haushaltspflichten und Routinen – was davon glaubst du ist von längerem Erfolg gekrönt? 

Überleg vielleicht auch mal an dir selbst: Was fällt dir leichter und lässt dich länger dran bleiben: Routinen einhalten oder einzelne Haushaltspflichten betrachten und sich jeden Tag neu motivieren müssen?

Mag sein, dass es für dich wie dasselbe klingt – ist es das aber nicht. Eine Routine machst du dauerhaft, regelmäßig und fast schon wie im Schlaf. Du weißt, wie es geht und denkst gar nicht mehr drüber nach, ob du dazu jetzt Lust hast oder nicht. Denk an mein Lieblingsbeispiel: Das Zähneputzen! Oder das Autofahren – wie würdest du wohl fahren, wenn du erst überlegen müsstest, ob du jetzt Lust hast, in den 2. Gang zu schalten oder nicht?

Ohne Routinen sind Haushaltspflichten lästiger. 

Du weißt, du musst das Klo putzen und den Müll runterbringen. Kochen und Einkaufen. Aber das Sofa ist gerade so gemütlich. Und eigentlich wolltest du unbedingt mal ausprobieren, wie man Topflappen häkelt und genau jetzt bist du so viel motivierter dazu als zum Putzen.

Hier kommt eine kleine Neuigkeit für dich: Deinen Kindern geht’s genauso! Deine Kinder wissen, wie man Zähne putzt ohne lange drüber nachzudenken – aber wenn du ihnen sagst, sie sollen ihr Zimmer aufräumen, ist plötzlich alles andere wichtiger und toller – oder sie haben plötzlich doch noch Hunger. Kommt dir das bekannt vor?

Wichtig ist also, dass du auch schon bei und mit deinen Kindern Routinen etablierst, die sie nach und nach immer einfacher, immer besser und irgendwann auch mit weniger Gegenwehr und Gegenargumenten durchführen können. Und wie du das machen kannst, dazu habe ich dir 5 Tipps mitgebracht.

Belohnungssystem ja oder nein? Das muss jede Familie für sich selbst entscheiden.

Wir nutzen keines aktuell, weil wir im Moment nicht mit materiellen Dingen wie Stickern oder Schokolade oder Geld belohnen wollen – dennoch kann es für die ein oder andere Familie das Richtige sein. Und vielleicht ist das für uns auch eine Option später.

Und gerade beim Thema Geld als Belohnung scheiden sich tatsächlich die Geister: Von Kommentaren wie “Warum sollte ich DAFÜR bezahlen? Sie leben schließlich auch hier!” zu Kommentaren “Wir bekommen für unsere Arbeit auch Geld, das können die Kinder ruhig schon mal kennenlernen” ist alles dabei.

Und hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Das Belohnungssystem funktioniert gut und schnell und auch ziemlich verlässlich, so viel schon mal vorweg. Du musst dir einfach nur die Frage stellen, ob du das willst oder nicht. Ich glaube, wenn man schon soviel probiert hat, kann es durchaus eine Option sein.

Bei uns ist die Form der Belohnung z.B., dass wir mehr Zeit haben. Wenn wir als Beispiel am Wochenende einen Ausflug planen und vorher aber noch unsere Routinen erledigen müssen, können wir erst los, wenn sie erledigt sind. Und je später es wird, desto weniger Zeit bleibt für den Ausflug.

Ein anderes Beispiel ist die Bringzeit im Kindergarten: Wir haben wie die meisten Kitas ein Zeitfenster von etwa 2 Stunden morgens, in denen die Kinder gebracht werden können. Mein Großer hat ziemlich schnell gecheckt, dass morgens nicht so viele Kinder da sind und er dann in Ruhe in einer bestimmten Ecke spielen kann – das geht aber nur, wenn er seine Morgenroutine auch entsprechend schnell erledigt. Je länger er braucht, desto später wird es und desto weniger Zeit bleibt ihm dann. 

Früher haben wir ihn gedrängt, weil wir ja auch zu unseren Jobs mussten und da nicht ganz so flexibel waren, seit wir aber beide im Home Office arbeiten, ist unser Druck da raus und er hat seine eigene Motivation für seine Morgenroutine gefunden.

Tipp 1: Beginne so früh wie möglich, deine Kinder einzubeziehen

Je früher deine Kinder damit beginnen, eigene Routinen umzusetzen und so zu einem ordentlichen Zuhause beizutragen, desto leichter wird es allen Beteiligten fallen. Bestimmt hast du schon mal gehört, dass Kinder in ihren ersten Lebensjahren mehr lernen als sie jemals wieder könnten. Und sie saugen bis zu ihrem 7. Lebensjahr etwa nicht nur Wissen auf, sondern auch Emotionen, Werte und Abläufe. Hat dich dein Kind schon mal an einer roten Ampel im Auto daran erinnert, dass man anhalten muss? Oder ganz erbost erzählt, wie sein Kindergartenfreund seine Jacke “ganz falsch” anzieht, weil er das anders macht als dein Kind es kennt? 

In diesen ersten Jahren legst du den Grundstein für dein Kind – nicht nur was gesellschaftliche Normen und Werte angeht, sondern auch die Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortung.

Ok, das klingt jetzt alles ziemlich ziemlich hochgestochen – und damit will ich dich auf gar keinen Fall unter Druck setzen, jetzt alles richtig und perfekt machen zu müssen. Das soll dir nur dazu dienen, für das Thema generell sensibel zu sein und vielleicht auch darauf zu achten, wie DU dich im Alltag bewegst. Wenn du z.B. den Haushalt überhaupt nicht gerne machst, vielleicht sogar richtig schlechte Laune bekommst, wenn jemand etwas liegen lässt – dann spürt das dein Kind und nimmt es deutlicher wahr als du denkst. Dazu komm ich gleich noch etwas genauer.

Ein großer Fehler, den du hier machen kannst: Dich darüber ärgern, dass sie das nicht so perfekt machen wie du oder nicht so schnell machen wie du – und es am Ende doch selbst zu machen. Denn dadurch hast du nicht nur doppelte Arbeit und Ärger im Kopf, sondern traust deinen Kindern keine Verantwortung zu. Damit signalisierst du ihnen zum einen, dass sie sowieso nichts richtig können – und versuch dich hier mal zu erinnern, ob dir das aus deiner eigenen Kindheit vielleicht bekannt vorkommt – und zum anderen, dass Mama für alles zuständig ist.

Tipp 2: Betrachte euch als Team – und vermittle das deinen Kindern auch

Vielleicht kennst du den mehr oder weniger verhassten Spruch, dass der Mann im Haushalt HILFT. Und wie toll das doch ist, dass er HILFT. Und über diesen Spruch ärgern sich so viele Frauen, weil der Mann nicht HELFEN soll, sondern genauso gleichberechtigt oder gleichverpflichtet wie die Frau den Haushalt führen soll. Und da stimme ich absolut zu! 

Das Wort “Hilfe” hat immer so einen Beigeschmack, dass derjenige, der hilft, eben nicht die Verantwortung trägt. Eben nicht der Chef ist – und sich so auch ganz leicht aus der Affäre stehlen kann.

Sieh daher deine Kinder auch als Teammitglieder: Gib ihnen nicht nur Aufgaben, sondern auch die Verantwortung. 

Jetzt ist es natürlich nicht leicht, von deinen Kindern von heute auf morgen abzuverlangen, Verantwortung für eine bestimmte Aufgabe komplett zu übernehmen, die sie noch nie gemacht haben. Daher werden sie am Anfang erst mal HELFEN. Um zu lernen. Aber gib dir selbst einen Ruck und trau es ihnen zu. Klar, bei kleineren Kindern wie bei meinen muss man immer noch mal hinterher putzen, wischen, räumen. Aber es wird besser. Erinnere dich mal vielleicht an deine erste Fahrstunde – konntest du sofort so gut Autofahren wie heute? In meiner ersten Fahrstunde hatte ich keine Ahnung, wann ich die Kupplung und wann das Gaspedal betätigen muss. Und mein Fahrlehrer musste mehrfach für mich bremsen. Trotzdem habe ich meinen Führerschein geschafft. Und so wird’s auch bei deinen Kindern sein.

Dein Zuhause gehört schließlich nicht nur dir und nicht nur du hast die Verantwortung dafür. Und jeder soll dazu beitragen – aber auch beitragen dürfen. 

 Tipp 3: Beibringen statt befehlen – Lehren statt Sagen

Zeigst du deinem Kind, wie es den Geschirrspüler ausräumen soll? Oder sagst du ihm nur, dass es das tun soll? Bringst du deinem Kind bei, in welche Behälter die Schmutzwäsche z.B. nach Farbe sortiert werden soll oder sagst du ihm nur, dass es die Schmutzwäsche wegräumen soll?

Wir sind häufig in unserem eigenen Alltag so vertraut mit all den Dingen, die im Haushalt so anfallen, dass wir oft vergessen, dass unsere Kinder es noch lernen müssen. Wir müssen es ihnen beibringen, anstatt es ihnen nur zu sagen. Anstatt es ihnen nur zu befehlen.

Kennst du aus deiner Kindheit noch die Aufgabe: “Räum dein Zimmer auf!” Hast du dich da jemals überfordert gefühlt? Ich schon! Ich wusste ganz oft nicht, wo ich anfangen soll – vor allem, weil meine Mutter einen sehr sehr hohen Standard an Ordnung und Sauberkeit hatte. 

Und mit diesem Problem stehe ich nicht alleine da! Einige meiner Coaching-Teilnehmerinnen schämen sich teilweise sehr, wenn sie nicht wissen, wie die vermeintlich simpelsten Putzaufgaben zu erledigen sind oder wie einfach so ein Ordnungssystem sein kann und sie es nicht wussten. Aber damit sind sie wie gesagt nicht alleine.

Daher betrachte mal deine Kinder und guck, was sie schon selbst können – z.B. die ausgeschütteten Legokisten wieder füllen und was sie noch nicht können – z.B. den Geschirrspüler vollständig ausräumen, weil sie nicht an die hohen Hängeschränke kommen, wo die Teller gelagert sind. In diesem Beispiel können die Kinder erstmal doch “helfen” statt diese Aufgabe ganz zu übernehmen, indem sie dir das Geschirr anreichen oder die Dinge ausräumen, die sie schon selbst wegräumen können.

Zeigen ist wichtiger als Reden

Und auch, wenn du dir ein Ordnungssystem zulegst, z.B. ein neues Sortiersystem für deine Wäsche überlegst oder die Schubladen in der Küche umorganisierst oder aber auch neue Abläufe im Alltag haben willst, neue Routinen etablieren willst – bringe es deinen Kindern (und anderen Mitbewohnern übrigens auch) Stück für Stück bei. Sie können nicht in deinen Kopf gucken, wenn du sagst “Ab morgen läuft’s hier anders!”. Auch wenn es für dich alles klar und leicht ist – für deine Kinder ist es das nicht. Für andere Leute ist es das nicht.

Zeige ihnen, wie das geht. Mache ihnen vor, wie das geht. Menschen, insbesondere Kinder, lernen am besten am Modell, sprich durch das Nachmachen. Und das macht auch am meisten Spaß, was auch wichtig ist für’s Lernen.

Wird das sofort funktionieren? Höchstwahrscheinlich nicht. Wirst du dafür Geduld brauchen? Darauf kannst du wetten! Ich bezeichne mich selbst als den absolut ungeduldigsten Menschen auf der ganzen Welt – ich würde am liebsten am Grashalm ziehen, damit der Rasen schneller wächst. ABER als Mutter habe ich so viel Geduld gelernt, so viel Geduld aushalten müssen, dass es inzwischen deutlich deutlich besser ist. Und ich glaube, das geht den meisten Müttern so. So viel Geduld wie mit den eigenen Kindern wird man nirgendwo anders aushalten aber auch lernen dürfen. Also ja: Du brauchst Geduld. Du brauchst einen langen Atem. Du wirst es ihnen mehrmals zeigen und erklären müssen. Aber es lohnt sich! 

Denn es gibt eine faszinierende Grundregel, was das Lernen angeht: Wenn man etwas kann, verlernt man es nicht. Denk mal ans Fahrradfahren. Oder ans Autofahren. Oder ein noch viel viel besseres Beispiel: Das Laufen! Sobald dein Kleinkind lernt, wie man läuft, ist es nicht mehr zu bremsen. Und wenn nicht besondere Umstände eintreffen, dann wird es damit auch nie aufhören.

Erkläre statt nur zu sagen, was sie tun sollen. Erkläre auch dazu, was das für Vorteile für sie hat, z.B. mehr Platz beim Spielen, weniger Streit um Dinge, die man einfach nicht wiederfindet oder auch mehr Zeit mit Mama, weil du dann weniger alleine machen musst usw.

Bringe es ihnen bei anstatt es ihnen nur zu sagen.

Ein weiterer Vorteil, wenn du jetzt dran bleibst mit dem Beibringen: Sobald sie es können, kannst du diese Aufgabe komplett abgeben, musst dich nicht mehr darum kümmern und musst sie auch nicht im Kopf behalten.

Den mental load kennen wir doch alle: All die Kleinigkeiten, um die wir uns kümmern müssen, an die wir denken müssen wie beispielsweise: Heute ist die Bettwäsche dran. Was soll ich heute Abend kochen? Die Mülltonnen müssen an die Straße, ich darf nicht vergessen, den Müll rauszutragen. Und noch so viel mehr.

Wenn du jetzt die Aufgabe, den Müll rauszubringen und die Tonne an die Straße zu stellen an dein Kind abgibst – brauchst du selbst, sobald es das gelernt hat, nie wieder dran denken. Du darfst darauf vertrauen, dass dein Kind das schon macht. 

Tipp 4: Haushalt bzw. Hausarbeit ist keine Strafe!

Aufräumen, Ordnung halten, Dinge tun, die eben im Haus gemacht werden müssen, ja sogar Putzen dürfen niemals als Strafe missbraucht werden.

“Zimmer aufräumen!” darf nicht als Strafe dafür dienen, wenn das Kind eine schlechte Schulnote nach Hause bringt. Zusatzaufgaben in der Küche dürfen nicht als Konsequenz dafür ausgesprochen werden, weil sich die Geschwister gezofft, gehauen oder gebissen haben.

Denn was erreichst du denn damit, wenn alles rund um den Haushalt für dein Kind als Strafe dient? Es wird von ihm genauso wahrgenommen. Und verhasst. Wurdest du gerne von deinen Eltern bestraft? Hast du die Strafaufgaben gerne gemacht?

Dein Kind auch nicht. Zimmer aufräumen, Müll rausbringen, Staubsaugen, Ausmisten – all das wird es nicht gerne machen. Und das ist eigentlich total schade, denn von klein auf tun die Kinder solche Dinge gerne. Mein Sohn liebt das Staubsaugen, es ist spannend und laut und danach sind die lustigen Staubmoppel weg.

Aber sobald es zu einer Strafarbeit wird, macht es niemand mehr gerne.

Vielleicht denkst du auch mal darüber nach, wie du eigentlich zum Thema “Hausarbeit” und “Haushalt” stehst – machst du das gerne? Machst du es, weil’s halt erledigt werden muss, damit die wichtigeren Dinge endlich Aufmerksamkeit bekommen – oder machst es teilweise mit großer Überwindung? Schiebst du es immer wieder vor dir her? Überlegst dir gerne Ausreden, warum du jetzt gerade keine Zeit hast für den Haushalt? Für den Abwasch oder für’s Ausmisten?

Das, was du vorlebst, überträgt sich auf deine Kinder. Vielleicht war das Zimmeraufräumen für dich in deiner Kindheit oder Jugend auch eine Strafarbeit. Vielleicht auch nicht aber deine Eltern haben deutlich gemacht, wie sehr sie den Haushalt hassen – und haben es auf dich übertragen. Das alles ohne böse Absicht und vermutlich nur gut gemeint – aber die Konsequenz ist eben, dass so niemand gerne für ein ordentliches Zuhause sorgt.

Was du allerdings jetzt anders machen willst: Du willst, dass deine Kinder zu einem ordentlichen, gemütlichen und heimeligen Zuhause beitragen – OHNE dass du ständig meckern oder schimpfen musst. Und das erreichst du nicht, indem du das als Strafen aussprichst.

Vielleicht noch eine kleine Info am Rande: Strafen nutzen sich relativ schnell ab. Wenn du eine Strafe mehrfach aussprichst, wird sie mit jedem Mal immer weniger wirken. Immer weniger beeindrucken. Das heißt, deine Kinder werden immer weniger tun, was du verlangst bzw. du müsstest die Strafen immer weiter hochschrauben – aber irgendwann geht dir auch das Material aus oder? Und nochmal die Frage an dich: Ist das die Art und Weise, wie du dein Familienleben leben willst und ist das ein perfekt aufgeräumtes Zuhause das wert?

Wenn du bisher mit Strafen gearbeitet hast: Keine Bange! Du kannst es heute noch ändern. Du musst nicht so weitermachen. 

Tipp 5: Sind Regeln nötig?

Niemand kann in deinen Kopf gucken und wissen, was du erwartest. Wenn du für dich und dein Zuhause Regeln definierst, heißt das noch lange nicht, dass auch alle sie kennen und vor allem verstehen.

Daher ist es wichtig, dass ihr euch als Familie Zeit nehmt und besprecht, was euch allen jeweils wichtig ist. Denn wenn euch allen klar ist, was wichtig ist, ist gleichzeitig klar, wohin die Reise gehen soll und auch, was hinten über fallen darf – ohne schlechtes Gewissen!

Ich bekomme oft die Frage, ob Regeln für Kinder sinnvoll sind bzw. ob man das nicht lieber lassen soll, damit sich die Kinder in ihrer Persönlichkeit frei entfalten können. Und hier gibt es meiner Meinung nach nur eine richtige Antwort: Es kommt drauf an!

Ich bin KEINE Erziehungsexpertin oder Expertin für Kinder und ihre Psychologie. Das mal vorab. Ich habe nur meine eigenen Erfahrungen als Mutter von 2 Kleinkindern und als Mentorin für Mamas mit auch älteren Kindern. Das macht mich nicht zur Expertin, daher bitte ich dich, das, was ich jetzt sage, für dich selbst immer noch abzuwägen und nicht für die einzige Wahrheit zu halten, ok?

Richtig ist, dass Kinder sich besser entfalten können, wenn sie frei sind in dem, was sie tun wollen und können. Gleichzeitig ist aber auch richtig, dass Kinder Grenzen brauchen, innerhalb derer sie sich bewegen, weil sie selbst noch nicht wissen können, wie weit sie gehen dürfen und woran sie sich überhaupt orientieren können.

Daher gibt es bei uns Regeln. Mir war und ist dabei aber immer wichtig, dass diese Regeln nicht willkürlich sind, einfach weil ICH das so will. Sondern sie sollen tatsächlich Sinn machen und ich muss sie vernünftig erklären können. Dinge wie den Fußboden im Kinderzimmer aufräumen vor dem Schlafengehen oder mich oder meinen Mann fragen, wenn sie malen wollen und nicht alleine an die Malsachen gehen, nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Letzteres erkläre ich ihnen aber auch regelmäßig: Wenn sie mit Wasser- oder Fingerfarben malen, dann will ich erst mal den Tisch dafür vorbereiten und möchte nicht, dass der Esstisch ohne Schutz in Mitleidenschaft gezogen wird. 

Eine weitere Regel bei uns ist z.B. wenn sie sich ein Spiel rausnehmen, dann muss das Spiel und das Spielzeug, mit dem sie vorher gespielt haben, weggeräumt werden. Damit verhindern wir z.B., dass die Spiele untereinander durcheinander kommen und dass zu viel Zeug einfach liegen bleibt, weil man später keine Lust mehr hat aufzuräumen. Weigern sich meine Kinder, die Regeln einzuhalten? Ja, manchmal. Dann erkläre ich es. Wenn sie sich weiter weigern, ist bei uns z.B. die Konsequenz, dass das Spiel eben nicht gespielt wird, solange der Rest noch rumliegt.

Je nachdem, wen man jetzt fragt, wird das auch schon als Strafe empfunden: Sie dürfen etwas nicht, weil sie nicht aufgeräumt haben. Das empfindet wohl jeder anders und wir für uns und unsere Familie haben eben beschlossen, dass das die sanfteste aber dennoch konsequente Lösung ist. Ich hatte gerade kurz den Impuls, es einen Kompromiss zu nennen – das wäre aber falsch. Das haben meine Kinder in dem Alter noch nicht mitentschieden, daher ist es keiner. Es ist eine Regel. Wie man es dreht und wendet, es bleibt eine Regel.

Zusammenfassung

Das wichtigste, um deinen Kindern die Hausarbeit näher zu bringen, sind Routinen. Da geht es ihnen genau wie dir: Je routinierter sie bei einer Sache sind, desto leichter und schneller klappt es. Und desto mehr Sinn sehen sie in der ganzen Haushaltsgeschichte.

Die 5 Tipps nochmal zusammengefasst:

  1. Beginne so früh wie möglich mit deinen Kindern
  2. Betrachte euch in dem Punkt als Team – und vermittle das auch deinen Kindern
  3. Bringe ihnen die Aufgaben bei, statt sie ihnen nur zu geben.
  4. Haushaltspflichten dürfen keine Strafe sein.
  5. Regeln sind wichtig – solange du sie ihnen sinnhaft erklärst.

So, ich freue mich, wenn du dir auch aus dieser Episode ein paar Impulse und Tipps mitnehmen konntest und wünsche dir eine ganz wundervolle neue Woche.

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